Trinkwasserverordnungen

Die öffentlichen Kläranlagen haben immer mehr mit den noch kleiner werdenden Stoffen zu kämpfen. Die Grenzwerte werden stetig erhöht und Lösungen für unser Trinkwasserproblem sind noch nicht in Sichtweite.

Grenzwerte werden erhöht und Lösungen in weiter Ferne

Die öffentlichen Kläranlagen, welche uns mit Leitungswasser versorgen, haben immer mehr mit den noch kleiner werdenden Stoffen zu kämpfen. Die Grenzwerte werden stetig erhöht und Lösungen für unser Trinkwasserproblem sind noch nicht in Sichtweite.

Was sind Grenzwerte?

Wasser ist für uns lebensnotwendig, doch im Wasser können sich auch Inhaltsstoffe befinden, die sich negativ auf unsere Gesundheit auswirken. In geringen Konzentrationen sind diese Stoffe jedoch meist ungefährlich. Aus dem Grund sind bestimmte Grenzwerte notwendig, um einwandfreies Trinkwasser zu gewährleisten. Doch was sind das für Grenzwerte und reichen die Grenzwerte aus, um uns vor gesundheitlichen Risiken zu schützen?

Für diese Grenzwerterhebung sogt in der Schweiz das Bundesamt für Umwelt BAFU und in Deutschland die Trinkwasserverordnung vom Deutschen Bund

Wasser mischen als Lösung

Immer häufiger werden die Grenzwert überschritten und die öffentlichen Wasseraufbereitungsanlagen und Behörden finden noch keine effektive Lösung für dieses Problem. Die beste Lösung bis anweil ist das sogenannte “Wasser mischen”. Man mischt das Wasser mit erhöhtem Grenzwert einfach mit Wasser, welches einen geringeren Grenzwert aufweist. Somit gelangt man dann mit dem richtigen Mischverhältnis knapp unter die Grenzwert-Marke. Das mindert zwar das Problem, löst es aber nicht vollständig.

Stoffe ohne Grenzwert

Neben Chemikalien, Keimen und Bakterien kommen auch immer mehr Arzneimittelrückstände in das Wasser und verschlechtern somit die Trinkwasserqualität. Bis 2011 hat das Umweltbundesamt bereits 23 Wirkstoffe im Trinkwasser entdeckt – von Antibiotika über Schmerzmittel bis hin zu Hormonen der Antibabypille. In Seen und Flüssen liegt die Zahl der Wirkstoffe bereits im dreistelligen Bereich und Wissenschaftler gehen davon aus, dass dies nur die Spitze des Eisberges ist. Arzneimittel werden im Körper nicht vollständig abgebaut, dann aber ausgeschieden und gelangen so in die Klärwerke, wo sie nicht ausreichend gefiltert werden. Da man sich über die Konsequenzen von Arzneimitteln im Trinkwasser nicht einig ist, gibt es bisweilen keinen Grenzwert für diese Stoffe. Neben Arzneimittelwirkstoffen im Trinkwasser gibt es auch für andere Stoffe keinen Grenzwert, obwohl diese eine Gefahr für unsere Gesundheit darstellen können. Radon ist ein Beispiel hierfür.

Unverhältnismässige Erhöhungen

Wenn das Grenzwertproblem überhaupt nicht in den Griff gebracht werden kann, werden häufig die Grenzwerte des betroffenen Stoffs erhöht. Teilweise handelt es sich dann um massive Erhöhungen von Stoffen, die nachgewiesen gesundheitsschädlich sind.

Hier einige Beispiele von Grenzwerterhöhungen in der Schweiz und der EU:

EU erhöht Grenzwerte für Strahlung. Nach dem Atom-Unfall in Fukushima hat die EU die Grenzwerte für Radioaktivität in Lebensmitteln erhöht. Vor Ort wird die Lage immer bedrohlicher.
https://www.tagesanzeiger.ch/ausland/die-tsunami-katastrophe/EU-erhoeht-Grenzwerte-fuer-Strahlung/story/14614790?dossier_id=885

Mikroverunreinigungen in den Gewässern: neue Grenzwerte in der Vernehmlassung
https://www.bafu.admin.ch/bafu/de/home/themen/wasser/recht/vernehmlassungen/mikroverunreinigungen-grenzwerte-vernehmlassung.html

Beim Glyphosat ist der Grenzwert dabei von 0,1 Mikrogramm pro Liter auf 360 Mikrogramm pro Liter angehoben worden. Bei anderen, viel giftigeren Stoffen ist er allerdings gesunken, zum Teil bis in den Nanogrammbereich.
https://www.derbund.ch/schweiz/standard/gefaehrlich-ist-der-ganze-mix/story/15976646

Dass die Grenzwerte für Schweinefleisch um das 25-fache, für Spargel sogar um das 80-fache erhöht wurden, ist inakzeptabel. Offenbar zählen kommerzielle Interessen mehr als die Gesundheit der Bevölkerung“. https://klaus-buchner.eu/erhoehte-grenzwerte-fuer-nervengift/
https://www.hymenoptera.de/Acetamiprid

Die EU erlaubt mehr Gift in Lebensmitteln – wie der BUND berichtet wurden die erlaubten Höchstmengen von Acetamiprid in Lebensmitteln um bis zu 900% erhöht:
https://www.bund.net/themen/aktuelles/detail-aktuelles/news/mehr-nervengift-in-spargel-milch-und-fleisch/

Den damals gültigen Grenzwert von 10 Mikrogramm pro Kilo Körpergewicht und Tag setzte die EU-Behörde sogar um den Faktor fünf herauf, statt ihn zu senken. Seitdem gilt der aktuelle tolerable daily intake(TDI) von 50 Mikrogramm.
https://www.zeit.de/2012/14/N-Bisphenol/seite-2
https://www.genuk-ev.de/files/Artikel/Pestizide/2016_02_16-Hill-Grenzwert-Anhebungen%20f%C3%BCr%20Pestizide%20in%20Lebensmitteln.pdf

In der Deutschen Trinkwasserverordnung ist für Nitrat ein Grenzwert von 50 mg pro Liter festgeschrieben. Ein Wert, der offenbar überdacht werden muss. Denn bereits weitaus geringere Werte sind laut Studie mit einem erhöhten Darmkrebsrisiko assoziiert. https://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/krebs/kolorektales-karzinom/article/960620/daenische-studie-offenbart-nitrat-trinkwasser-erhoeht-darmkrebs-gefahr.html

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